Young Economy Tracker – Junge Stimmen für eine gerechte Zukunft
Wo sehen junge Menschen die größten wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit?
Was ist für sie eine gerechte Wirtschaft?
Welche Positionen beziehen sie zu aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen, wie etwa Staatsschulden oder Altersvorsorge?
Der Young Economy Tracker untersucht erstmals umfassend, wie 16- bis 25-Jährige wirtschaftliche Entwicklungen wahrnehmen und welche Vorstellungen sie von einer gerechten Wirtschaft haben. Ein partizipativer Ansatz stellt sicher, dass die Inhalte eng an der Lebensrealität junger Menschen bleiben.
Zufrieden im eigenen Leben – skeptisch mit Blick auf die Gesellschaft
Junge Menschen sind persönlich überwiegend zufrieden – etwa mit Wohnsituation, persönlichen Kontakten und ihrer physischen Gesundheit. Kritischer sehen sie hingegen Politik, Rentensystem und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland.
75% der Befragten fühlen sich bei politischen Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt.
Genannt werden vor allem globale Krisen, Kostensteigerungen, Sozial- und Fiskalpolitik sowie Energie und Klima. Lösungen erwarten junge Menschen primär von Politik, Europa, Wissenschaft und Unternehmen – weniger vom individuellen Verhalten.
Die größten wirtschaftlichen Herausforderungen
- Globale politische und ökonomische Entwicklungen
- Aktuelle wirtschaftliche Lage und Rahmenbedingungen in Deutschland
- Fiskal- und sozialpolitische Themen
Wer kann diese aus Sicht junger Menschen am Ehesten lösen?
- Europäische Zusammenarbeit
- Wissenschaft & Forschung
- Politik in Deutschland
- Unternehmen
Welche Werte sind jungen Menschen wichtig? Was finden sie gerecht?
Jungen Menschen sind Eigenverantwortung aber auch Unabhängigkeit von Anderen wichtig. Ihnen ist wichtig, dass Leistung belohnt wird, aber auch bedürftige Menschen Unterstützung erhalten.
Um das zu erreichen, finden die meisten jungen Menschen eine Steuer auf hohe Vermögen und hohe Einkommen aber auch eine Erhöhung des Mindestlohns gut. Ungefähr die Hälfte der Befragten befürwortet auch eine höhere Steuer auf große Erbschaften. Eine Erhöhung von Leistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung lehnen junge Menschen eher ab.
Staatsausgaben & Schulden
Junge Menschen sprechen sich klar für höhere staatliche Ausgaben in zentralen gesellschaftlichen Bereichen aus. Besonders wichtig sind ihnen Investitionen in Bildung, das Gesundheits- und Pflegesystem, die Verkehrsinfrastruktur sowie den Bau von bezahlbarem Wohnraum. Um diese Investitionen zu ermöglichen, zeigt sich eine Mehrheit der jungen Menschen offen für zusätzliche staatliche Schulden, sofern diese gezielt in als wichtig erachtete Zukunftsbereiche fließen.
Wie kann Wohnen bezahlbar werden?
Junge Menschen setzen in der Wohnungspolitik vor allem auf Anreize, erwarten aber zugleich ein stärkeres Engagement des Staates. Sie befürworten Förderungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte, Anreize für private Bauunternehmen und mehr öffentlichen Wohnungsbau sowie staatliche Obergrenzen für Mieten. Dass sich der Staat vollständig aus dem Wohnungsbau zurückzieht, findet hingegen nur bei wenigen jungen Menschen Zustimmung.
Und was ist mit der Rente?
Auch in der Rentenpolitik setzen junge Menschen vor allem auf Anreize statt auf Einschnitte. Sie befürworten steuerliche Vorteile für private und betriebliche Altersvorsorge sowie eine Ausweitung der gesetzlichen Rentenversicherung, etwa durch die Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen. Maßnahmen, die längeres Arbeiten, höhere Beiträge oder eine Kürzung der Rentenleistungen vorsehen, stoßen hingegen auf wenig Zustimmung – ebenso wie ein vollständiger Rückzug des Staates aus der Altersvorsorge.
Wirtschaftspolitik ist Jugendpolitik!
Junge Menschen wollen stärker beteiligt werden, fordern mehr wirtschaftliche Bildung und wünschen sich generationengerechte Politik.
Der Young Economy Tracker zeigt:
Wirtschaftspolitik hat für sie direkte Auswirkungen auf ihr Leben – und sie wollen mitgestalten.
Das Young Economy Team
15 junge Menschen gestalteten die Studie aktiv mit – von der Fragebogenerstellung bis zur Auswertung. Die Beteiligung sollte Vielfalt abbilden und echte Mitsprache ermöglichen. Sie prägte Themenwahl, Sprache und Interpretation der Ergebnisse.